Ausgabe Juli 2012

AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
Marktübersicht Warmwasserspeicher – Eine breite Palette oder schon zu viel des Guten?
Auf dem Markt tummelt sich eine nahezu übersehbare Anzahl von Wärmespeicheranbieter. Das ist nicht verwunderlich, da vor allem eine Vielzahl kleinerer Firmen Auftragsarbeiten an Herstellerfirmen zur Herstellung vor allem von Schichtenspeichern nach eigenen Patenten in einer relativ kleinen Auflage vergibt. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Speicheranbieter ihre Daseinsberechtigung haben und brauchbare Produkte anbieten; sie funktionieren alle auf ihre Weise. Der Kunde sollte sich deshalb danach orientieren, was er benötigt, und dann den Speicher nach bestimmten Grundregeln, welche insbesondere den Wärmeschutz des Speichers betreffen, aussuchen.

SANIERUNGSPROJEKT
Sanierung eines Bauernhauses aus dem Jahr 1643 – Ein Schwarzwaldhof wird zum Energiesparhaus
In Zeiten, in denen Öl und Gas zu Heizzwecken noch nicht erfunden waren und Außenwände aus Brettern bestanden, hätte wohl niemand gedacht, dass dieses Haus einmal hinsichtlich seiner Bautechnik als Modellprojekt dienen soll. In Simonswald bei Freiburg im Breisgau haben Gea und Stefan Eckardt, Inhaber des Ingenieurbüros zero-Therm, als Bauherren und Planer dies umgesetzt.

ENERGIEBERATUNG
Nachweis für gemischt genutzte Gebäude – Unterschiedliche Nutzung – zwei Energieausweise?
Inzwischen ist den meisten bekannt, dass für Gebäude, die unter Einsatz von Energie beheizt oder gekühlt werden, ein Energieausweis ausgestellt werden muss, wenn diese vermietet, verkauft oder verpachtet werden. Dabei sind die Energieausweise getrennt, d. h. nach Wohn- und Nichtwohngebäude, auszustellen. Wie ist aber zu verfahren, wenn sich in einem Gebäude sowohl Wohnungen als auch gewerbliche Einheiten befinden?

Planer bei Q5 Architektur gewinnen durch Teamwork – „Aktives Netzwerken multipliziert die Erfolgschancen“
Das heutige Wirtschaftsleben wird immer stärker von Kontakten geprägt. Auch für Planer wird der Austausch mit Kollegen, Architekten und Ingenieuren zunehmend wichtiger. Eine IBMStudie belegt, dass der Erfolg zu 60 % auf den Faktor „Beziehungen“ zurückgeht. Wer also Tipps, Strategien und Erfolgskonzepte aus erster Hand erfahren und von anderen lernen will, tut gut daran, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Interessensgemeinschaften zu bilden.

EVENTS & VERANSTALTUNGEN
Energiemesse und Kongress: Dezentrale, effiziente und intelligente Energieversorgung – RENEXPO® ist gefragte Informationsquelle für die Energiewende
Die Internationale Energiemesse RENEXPO® baut 2012 ihre starken Bereiche weiter aus und ergänzt sie um aktuelle, innovative Themen. Im Fokus stehen nachhaltige Energiesysteme und Lösungen für eine zukunftsfähige Energieversorgung.

GEBÄUDEHÜLLE
Rollladen- und Jalousiekästen – Wie lassen sich Wärmebrücken minimieren?
Gerade im Bereich der Altbausanierung lässt sich häufig feststellen, dass Rollladen- und Jalousiekästen einen beträchtlichen Anteil am Energieverlust eines Gebäudes haben. Darüber hinaus ist die nachweislich vorhandene Wärmebrücke im Bereich des Rollladenkastens oft für Bau- und Schimmelpilzschäden in diesem Bereich verantwortlich. Aufgrund meist fehlender Dämmung kann hier ungehindert Kälte in den Wohnraum eindringen und Wärme nach außen abfließen. Hinzu kommt meist ein mangelhafter luftdichter Anschluss von Revisionsöffnungen auf der Innenseite des Gebäudes sowie im Bereich der Gurtkästen. Wie lassen sich diese Schwachstellen auf ein Minimum reduzieren?

Schäden vermeiden (2) – WDVS: 7 Problemzonen und deren Ursachen
Das Wärmedämm-Verbundsystem ist die derzeit häufigste Art der Außenwanddämmung und ist dabei genauso beliebt wie umstritten. Bereits kleine Planungsund Ausführungsfehler können zu großen Schäden führen. Das gilt sowohl für die Fläche selbst, z. B. durch falsche Befestigung, als auch für Durchdringungen oder Anschlüsse. Umso wertvoller sind deshalb die bereits gesammelten Erfahrungen mit dem System, denn: „Nur wer die Ursache kennt, wird deren Wirkung Herr“.

Beispielhaftes Wohnkonzept in Wolfsburg umgesetzt – 60er-Jahre-Hochhäuser neu definiert
Individuell, energieeffizient, barrierearm, stadtnah und im Grünen – die Wolfsburger Wohnungsgesellschaft NEULAND stellte sich der Herausforderung, die in den 1960erJahren entstandene Hochhaussiedlung „Burg“ nach mehreren Anforderungsprofilen zu modernisieren. Unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten wird der Bestand seit 2008 umgebaut und aufgefrischt. Das Ergebnis überzeugt technisch und sozial: Die Neue Burg erhielt gleich mehrere Auszeichnungen.

Verkalkung durch Solarthermie – Möglichkeiten zum Schutz von Warmwasserleitungen
Im Zusammenhang mit der Nutzung von Solaranlagen für die Trinkwarmwasserbereitung hört man relativ oft folgende Geschichte: Ein Kunde beschließt, den Energieverbrauch
seines kleinen Hauses zu reduzieren. Er lässt die Außenwände dämmen und neue Wärmeschutzfenster sowie eine Solaranlage einbauen. Er hofft, gegen die steigenden Energiekosten gewappnet zu sein – hat er doch alles nach Vorschrift umsetzen lassen und ist nun stolzer Besitzer einer Anlage zur Nutzung regenerativer Energie!

ANLAGENTECHNIK
Darf’s ein bisschen weniger sein? – Das Beiblatt 2 der DIN EN 12831 räumt auf!
Würden Sie selber mit einem Lkw zum Wocheneinkauf der Familie zum Supermarkt fahren? Nein? Ganz richtig, Ihr Auto reicht doch auch. Im Analogschluss stellt sich die Frage, warum noch so viele überdimensionierte Heizkessel eingebaut werden? Die Wirkung auf den Energieverbrauch ist nämlich sehr gut vergleichbar, und teurer ist der „Heizungs-Lkw“ auch.

Novellierung des Gesetzes zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung – Neuer Schwung für KWK-Markt?
Am 15.06.2012 wurde im Bundesrat der Novellierung des Gesetzes zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Gesetz) zugestimmt. Aktuell dazu veröffentlicht die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V. ihre neue Broschüre „Das KWK-Gesetz 2012“.

Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit aktuell verfügbarer Heizsysteme – Anlagentechnik – Wer die Wahl hat, hat die Qual!
Zunächst einmal müssen anlagentechnische Systeme eines Wohngebäudes eine gewünschte Innenraumtemperatur zu jeder Zeit sicherstellen. Dabei müssen die Wärmeverluste aus Transmission und Lüftung durch eine entsprechende Wärmeabgabe des Systems ausgeglichen werden. Weiterhin muss der Warmwasserbedarf von der Anlage bereitgestellt werden. Im Falle einer kontrollierten mechanischen Belüftung muss mithilfe derselben außerdem eine hinreichende Luftqualität in den Räumen sichergestellt werden. Durch eine Wärmerückgewinnung kann das Lüftungssystem dabei gleichzeitig zur Reduzierung der Wärmeverluste und somit auch der Heizlast beitragen. Aber was muss für die Auswahl der anlagentechnischen Systeme beachtet werden?

RECHTLICHES
Verträge für Energieberatungsleistungen – So bekommen Sie, was Sie verdienen!
Das Betätigungsfeld eines Energieberaters ist vielfältig. Gesetzliche Regelungen für die Vergütung und deren Absicherung stehen zur Verfügung. Aber: Sind diese ausreichend und wo besteht Bedarf für vertragliche Vereinbarungen?

Dämmung oberster Geschossdecken – Kein Ende der Nachrüstpflichten!
§ 10 Absatz 3 der EnEV schreibt vor, dass die Eigentümer von Wohngebäuden sowie Nichtwohngebäuden, die nach ihrer Zweckbestimmung jährlich mindestens vier Monate und auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt werden, dafür Sorge tragen müssen, dass bis dato ungedämmte, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken beheizter Räume so gedämmt sind, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke 0,24 W/m2K nicht überschreitet. Mit der EnEV 2009 (§ 10 Absatz 4) wurde diese Nachrüstverpflichtung auch auf ungedämmte begehbare, oberste Geschossdecken beheizter Räume ausgeweitet. Seit dem 31.12.2011 müssen auch bisher ungedämmte, begehbare oberste Geschossdecken gedämmt sein. Aber mit welchen rechtlichen Folgen muss ein Hauseigentümer rechnen, wenn dieser Dämmpflicht nicht nachgekommen wird?

Liebe Leserin, lieber Leser,

aktuelle Ergebnisse einer Umfrage des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) vom Juni 2012 zeigen erneut schwarz auf weiß, was in der Baubranche leider mittlerweile schon zum Normalfall geworden ist:

Die Zahlungsmoral am Bau ist schlecht!

„Insbesondere die öffentliche Hand kommt ihren Zahlungsverpflichtungen nicht rechtzeitig nach“, so der Hauptgeschäftsführer des ZDB Felix Pakleppa. Laut der Umfrage ist die Fristüberschreitung bei öffentlichen Auftraggebern in über 53 % der Fälle mehr als einen Monat oder länger. Bei privaten Bauherren müssen die Bauunternehmen bei rund einem Drittel ihrer Rechnungen zwischen einem und sechs Monate (!) auf ihr Geld warten.

Wodurch ist dieses für viele Betriebe ruinöse Verhalten begründet? Die Bauherren – egal ob öffentlich oder privat – sollten doch eigentlich wissen, wann welche Kosten auf sie zukommen. Ja, eigentlich …

Aber häufig fällt die tatsächliche Bausumme höher aus als die zuvor kalkulierten Kosten. Zugegeben, zu einem geringen Teil mag das an falschen Kostenvoranschlägen liegen. Es gibt jedoch eine Vielzahl von anderen Gründen …

  • Schon beim Kauf wird oft zu viel für die bestehende Immobilie bezahlt und der Sanierungsaufwand zu gering eingeschätzt.
  • Jeder Bestandsbau birgt unvorhersehbare Überraschungen, deren Kosten im Voraus nicht kalkulierbar sind.
  • Die Kosten für das Baumaterial sind zwischen Angebotserstellung und tatsächlichem Einkauf gestiegen.
  • Der Anteil an Eigenleistung wird von den Bauherren zu hoch eingeschätzt
  • Während der Bauphase müssen zuvor nicht eingeplante Wünsche der Bauherren umgesetzt werden …

Alle diese Umstände lassen sich schwer oder gar nicht beeinflussen.

Was aber tun, um trotzdem rechtzeitig an das verdiente Geld zu kommen?
Ein Patentrezept gibt es dafür leider nicht. Es kann aber durchaus nützlich sein, schon vor Baubeginn in Gesprächen und bei Preisangeboten auf die zuvor genannten Punkte hinzuweisen. Ebenso wichtig sind lückenlose Tagesberichte mit einer Unterschrift des Bauherrn. Getreu dem Motto „Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser“ lassen sich damit (auf beiden Seiten) spätere Diskussionen vermeiden.

Kathrin Hefele
Chefredaktion „EnEV im Bestand“
Dipl.-Ing. (FH), Architektur, Energieberaterin (TUD)